„Wir müssen zeigen, was wir können.“
Als wir das Motto „Wir machen Mut und Möbel“ entwickelt haben – was ist dir als Erstes durch den Kopf gegangen?
Theres Sudbrock: Als ich das Motto gehört habe, dachte ich: Genau das muss heute erzählt werden. Wir halten die Stellung, wir machen weiter, wir haben neue Ideen. Und damit wollen wir auch dem Handel und den Endverbrauchern Mut machen.
Findest du, dass Mut ein Begriff ist, der heute zu unserer Branche passt?
Theres Sudbrock: Es könnte noch mehr Mut sein. Ich glaube, da ist noch viel Potenzial in der Branche.
In welchen Formen zeigt sich Mut bei Sudbrock?
Theres Sudbrock: Wir waren zum Beispiel in diesem Jahr zum ersten Mal bei den Three Days of Design in Kopenhagen dabei. Das war für uns ein mutiger Schritt: ein neues Umfeld, neue Besuchergruppen, und wir wussten vorher nicht genau, was uns erwartet. Aber wir glauben, dass man solche Schritte gehen und neue Wege ausprobieren muss.
Wann musstest du zuletzt in deinem Unternehmen richtig mutig sein?
Theres Sudbrock: Als mein Mann gestorben war und ich einen Monat später vor der ganzen Belegschaft sagen musste: Es geht weiter.
Johannes Sudbrock hat ja immer gesagt: „Jeden Morgen steht es null zu null.“ Ist das nicht auch eine Mutaussage?
Theres Sudbrock: Ja, das war so ein typischer Spruch von Johannes. Für ihn hieß das: Man kann nie davon ausgehen, dass alles weiterläuft wie bisher. Jeden Morgen gibt es neue Herausforderungen, die man meistern muss, neue Probleme, die man lösen muss – und dafür braucht es auch immer wieder neue Ideen.
Wofür braucht unsere Branche aktuell am meisten Mut?
Theres Sudbrock: Neue Wege zu gehen und freier zu denken. Auch einmal über Deutschland hinauszuschauen. Wie machen es andere Länder, wie gehen andere Hersteller an den Verkauf heran? Und natürlich braucht es Mut, neue Produkte und Materialien auszuprobieren und neue Ideen einfließen zu lassen. Ich glaube, wir sind in unserer Branche an manchen Stellen sehr eingefahren. Da muss man auch mal etwas Neues wagen.
Wo siehst du gerade eine große Chance für die Möbelbranche?
Theres Sudbrock: Wir haben die Chance, unser Handwerk und unsere Kompetenz zu zeigen. Dass Möbel hier in Deutschland mit einem Know-how gefertigt werden, das wir seit Generationen aufgebaut haben, ist enorm wertvoll. Der gesamte Fertigungsprozess findet bei uns hier in Rietberg -Bokel statt. Gerade in Zeiten langer Transportwege und großer Abhängigkeiten von anderen Kontinenten, Wirtschaftsräumen oder politischen Entwicklungen bestärkt uns das darin, weiterhin in Deutschland zu produzieren. Da weiß man, was man hat – und natürlich hat das auch eine starke Nachhaltigkeitskomponente.
Warum ist es gerade jetzt wichtig, eine Messe zu machen?
Theres Sudbrock: Wir müssen zeigen, was wir können, und immer wieder Menschen auf uns und auf die Region Ostwestfalen aufmerksam machen. Ich glaube, es ist einmalig in Europa, dass so viele Möbelhersteller an einem Standort produzieren. Das müssen wir viel stärker herausstellen – auch gemeinsam mit anderen Gruppierungen wir z.B. den Interior Days.
Was dürfen die Besucher der diesjährigen Hausmesse bei Sudbrock erwarten?
Theres Sudbrock: Sie dürfen wieder eine Überraschung erwarten. Wir stellen ein neues System vor, das mit einem Jubiläum im kommenden Jahr verbunden ist. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten…
Vervollständige bitte diesen Satz: Mut bedeutet für mich …
Theres Sudbrock: … auf das eigene Gefühl zu hören. Wenn man im Herzen oder im Bauch spürt, eigentlich müsste man etwas tun, dann bedeutet Mut für mich, den ersten Schritt zu gehen – und diesen Weg dann auch weiterzugehen.
Warum machen wir Mut und Möbel?
Theres Sudbrock: Wir wollen Mut machen, gute Möbel machen und andere mit dieser Motivation anstecken.
