„Wir zeigen Mut mit neuen Kollektionen, die nicht Mainstream sein wollen.“
Als du das Motto „Wir machen Mut und Möbel“ zum ersten Mal gehört hast: Was hast du da gedacht?
Ich glaube, das geht sogar über unsere Branche hinaus. Die Menschen brauchen in Zeiten wie diesen Mut. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass wir in einer tollen Branche arbeiten. Wir beschäftigen uns mit schönen Materialien, mit tollem Design und mit der Gestaltung von Räumen. Das ist eigentlich eine ziemlich gute Ausgangslage.
Gab es bei Mobitec zuletzt eine Entscheidung, für die es besonderen Mut gebraucht hat?
Ja, ganz aktuell unsere Entscheidung, die Strategie noch stärker in Richtung Marke auszurichten. Gerade in umsatzschwächeren Zeiten ist das ein mutiger Schritt. Wenn man sich neu aufstellt und anders in die Märkte hineingeht, bedeutet das zunächst auch, dass man auf bestimmte Umsätze verzichtet. Aber der Weg ist richtig.
Warum seid ihr davon überzeugt?
Wir sehen, wie viel Importware auf den europäischen Markt strömt. Als europäischer Hersteller haben wir gleichzeitig mit steigenden Kosten, viel Bürokratie und somit einem immer höheren Druck zu kämpfen. Über das reine Massenvolumen können und wollen wir deshalb nicht mehr nach vorne denken. Das ist nicht unsere Rolle am Markt.
Unsere Antwort darauf sind Qualität und langlebige, handwerklich gut gemachte Produkte. Für uns ist ein Möbel nicht einfach nur ein Möbelstück – es gestaltet und prägt Räume. Genau in diese Richtung wollen wir gehen und damit auch die Marke Mobitec weiter stärken.
Was bedeutet Mut für dich persönlich in deiner Rolle als Vertriebsleiter?
Für mich bedeutet Mut, die Menschen mitzunehmen, mit denen ich nach vorne gehen möchte. Gerade in schwierigen Zeiten müssen wir gemeinsam auftreten und unseren eigenen Weg verfolgen.
Wofür braucht die Möbelbranche aktuell besonders viel Mut?
Dafür, sich dem permanenten Kosten- und Konditionendruck nicht einfach zu ergeben. Ich glaube, wir müssen insgesamt wieder mehr Mut beweisen – auf Hersteller- genauso wie auf Handelsseite. Es geht sehr häufig um Konditionen und manchmal zu wenig um das Möbel und um den Menschen.
Wo liegen trotz der schwierigen Situation Chancen für die Branche?
Gerade darin, dass wir gezwungen sind, neue Wege zu gehen und uns neu aufzustellen. Wenn alles gut läuft, fällt man schnell in eine gewisse Routine. Schwierigere Zeiten rütteln einen wach. Sie zwingen uns dazu, Dinge zu hinterfragen und zu verändern. Darin liegt eine echte Chance.
Und was gibt dir Zuversicht?
Nach schwierigen Zeiten kommen auch wieder bessere. Wir haben während der Corona-Zeit viele Umsätze vorweggenommen und erleben momentan eine gewisse Sättigung, hinzu kommen die Unsicherheiten im Markt. Aber ich bin überzeugt, dass sich das auch wieder verändern wird, wenn insgesamt mehr Ruhe und Sicherheit zurückkehren.
Warum sind Messen gerade jetzt wichtig?
Man muss gesehen werden. Messe ist Markt, Messe macht Markt. Gleichzeitig verändern sich viele Formate und es entstehen auch neue. Wir sind beispielsweise in Mailand auf dem Salone, bei der Design Nation in Berlin oder den Design Days in München präsent, weil diese Formate zu unserer Strategie passen.
Die MÖBELMEILE ist für uns dabei die Basis für das tägliche Geschäft. Wir fühlen uns an unserem Standort im Haus Aussel sehr wohl. Unsere Kunden kommen gerne dorthin, die Atmosphäre ist positiv, und für uns ist die MÖBELMEILE jedes Jahr der Startpunkt für eine neue Kollektion. Das funktioniert hervorragend.
Was dürfen die Besucher in diesem Jahr von Mobitec erwarten?
Wir zeigen Mut mit neuen Kollektionen, die einen eigenen Charakter haben. Es geht darum, eben nicht Mainstream zu sein.
Zum Schluss: Mut bedeutet für dich …?
Mit Empathie, Stolz und Enthusiasmus auf die Zukunft zuzugehen.
Und warum macht ihr Mut und Möbel?
Weil es Spaß macht.
